Mittwoch, 19. November 2014

[R] Ich bin Tess von Lottie Moggach

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Ich bin Tess
Originaltitel: Kiss me first
Erschienen: Februar 2014
Seitenanzahl: 352
Verlag: Script5
Gebunden: 17,95
ebook: 14,99
Teil einer Reihe? Nein








Erster Satz: Es war Freitagabend und das Projekt lief seit ungefähr neun Wochen.

Klappentext:

Würdest du dein Leben aufgeben, um das eines anderen zu übernehmen? Leila hat Tess nie zuvor getroffen. Doch sie weiß mehr über sie als irgendjemand sonst. Tess hat Leila nie zuvor getroffen. Doch wenn sie unbemerkt aus der Welt scheiden will, muss sie Leila ihr Leben anvertrauen. Zu Beginn ist es leicht für Leila, sich online als Tess auszugeben. Niemand durchschaut ihr Spiel. Doch wie lange lässt sich eine solche Lüge aufrechterhalten? Okay, nehmen wir uns einmal dieses hypothetische Dilemma vor: Eine Frau leidet an einer Krankheit, die an und für sich nicht lebensbedrohlich ist, aber ihre Lebensqualität stark einschränkt und auch nicht heilbar ist. Nach reiflicher Überlegung kommt sie zu dem Schluss, ihrem Leben ein Ende zu setzen. Aber sie weiß, dass sie damit ihrer Familie und ihren Freunden großen Kummer bereiten würde und handelt daher nicht. Dennoch wünscht sie sich verzweifelt den Tod und an dieser Einstellung ändert sich auch über die Jahre nichts. Irgendwann kommt sie zu dir und sagt, ihr sei ein Weg eingefallen, wie sie ihren Plan in die Tat umsetzen kann, ohne ihre Familie und ihre Freunde unglücklich zu machen, aber dafür brauche sie deine Hilfe. Was würdest du tun? Würdest du ihr helfen?

Zum Buch:

Das Buch das ich gelesen habe, gehört mir eigentlich gar nicht. Ich habe nämlich bei einer Aktion mitgemacht die von der Lesekatze gestartet wurde. Im groben geht es darum das man ein Buch liest, seine Kommentare in das Buch reinschreibt und es dann weiter an den nächsten Leser in der Liste schickt. So was ähnliches wie Kettenbriefe. Ich finde die Idee ziemlich gut, ich habe gerne die Kommentare im Buch gelesen und selber welche geschrieben. Es hat Spaß gemacht seine Kommentare direkt neben die entsprechende Zeile zu schreiben, denn in einer Rezension z.B. fällt es für mich schwerer genau auf Textstellen einzugehen, da man ja nicht spoilern will.

Aber jetzt zum Inhalt des Buches. Die ganze Geschichte liest man als Nacherzählung von Leila. Und sie fängt gaaaaanz am Anfang an. Und dabei lässt sie wirklich kein Details aus. Wirklich keins. Das ist mega anstrengend zu lesen, vorallem weil viele der Infos total unwichtig erscheinen. Klar ist es eigentlich interessant zu erfahren wie man das Leben eines anderen übernehmen kann, jedoch ist der Schreibstil hier so langweilig. Okey ja, es ist eine Nacherzählung die viele Details und Fakten beinhaltet, aber man kann sich doch mühe geben es schöner zu gestalten. Es ist alles so abgehackt. Erst ist das passiert, dann das und dann das und so weiter, außerdem steht das mit dem im Zusammenhang. Vielleicht hängt das auch mit dem Charakter Leila zusammen, da sie das alles schreibt und es "ihr" Schriebstil ist, aber dann hätte ich nicht so einen Charakter gewählt oder bestimmte Eigenschaften geändert. 
Ich fand die ersten Kapitel nicht so angenehm. Man hat das Gefühl es dauert ewig bis etwas passiert was einen interessiert und die Zeit beim lesen scheint stillzustehen, weil die Kapitel einfach viel zu lang geschrieben sind.
Was mich manchmal verwirrt hat war, wenn sie in der Zeit gesprungen ist. Es kam nur ein Absatz und wurde einfach erzählt. Manchmal hab ich erst nach dem dritten Satz verstanden was sie da erzählt. Bis Tess ins Spiel kommt sind schon laaaange Kapitel verstrichen.

Erst in der Mitte wird das Buch interessant, aber da dann auch nur die letzten drei Seiten. Und zwar als Conner ins Spiel kommt. Es kommt dann langsam ins Rollen. Ich verstehe ja das es schwierig ist, da der Schreibstil zu Leila passen soll (sie ist mir eh nicht sympathisch), aber trotzdem. Es fehlt dieses Gefühl von "Ich will unbedingt weiter lesen!". Nur die letzten Kapitel sind gut.

Und genau wegen diesen Punkten leidet die Geschichte. Eigentlich ist es ein gutes bzw. interessantes Thema das viel Gesprächstoff liefern kann, da es viele ethische Bereiche anspricht, aber das kommt in diesem Buch leider nicht ganz durch. Ich fand Leila unsympathisch. Sie ist 23, naiv und unwissend. Sie hat sich einfach komplett von der Außenwelt abgeschottet. Ihre Objektivität und ihre Meinung fand ich nicht so schlimm, aber ihre Art. Und da sie ja "das Buch schreibt" ist es nicht so super. Ich finde den Charakter Tess gut. Sie ist echt locker und scheint ein Partygirl zu sein, weswegen ich auch nicht verstehe warum sie sich umgebracht hat.
!!!Spoiler Anfang!!! Oder warum sie sich dazu hat überreden lassen !!!Spoiler Ende!!!
Aber wenn ich ehrlich bin fand ich die restlichen Charakter nicht gelungen, bzw. hatten sie nichts ansprechendes, außer Jonty, der ist irgendwie süß.

http://www.publishersweekly.com/images/data/ARTICLE_PHOTO/photo/000/015/15545-1.JPG
Die Autorin:

Lottie Moggach ist freiberufliche Journalistin, liebt ihre Heimatstadt London und hat einen Fabel für das 18. Jahrhundert. In ihrer Freizeit spaziert sie am liebsten mit ihrem Sohn durch die Straßen der britischen Hauptstadt und träumt davon, in einem der georgianischen Häuser zu wohnen. Die Idee zu ihrem ersten Roman Ich bin Tess kam ihr vor einigen Jahren, als sie viel zu viel Zeit mit Facebook verbrachte.

Fazit:

Die Idee ist gut, aber die Umsetzung lässt zu wünschen übrig, was hauptsächlich an den Charakteren liegt. Mehr als 1 Sterne kann ich nicht geben.

1 von 5 Sternen

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