Freitag, 9. Januar 2015

[KR] Serienunikat von Chantal-Fleur Sandjon



Serienunikat
Erschienen: März 2014
Seitenanzahl: 320
Verlag: script 5
Broschiert: 14,95
ebook: 11,99
Teil einer Reihe? Nein








Erster Satz: In einer Stadt verliert und findet jeder etwas.

Klappentext:

Wir rasen unserem eigenen Atem hinterher dem Horizont entgegen und wünschen uns Flügel. Würden wir abheben, so wäre es nicht verwunderlich. Wir sind grün und digital, hoffnungsvoll und realistisch, Weltverbesserer und Weltenbummler, verliebt und verlebt, vernetzt und ungebunden, haben die Taschen voll unreifer Ideen und den Kopf voll einstürzender Erwartungen unserer Eltern. Wir sind 100.000 Unikate – in Serie. Und eines davon bin ich, Ann-Sophie …


Zum Buch:

Wie ihr wisst, liebe ich Fantasy-Bücher und es kommt seltener vor das ich "normale" Romane lese. Ich habe mir von diesem Buch irgendwie mehr erhofft.

In dem Buch geht es um Ann-Sophie, die von zu Hause ausgezogen ist und nun in Berlin wohnt und eine neue Heimat sucht, um endlich ihr Leben zu leben, wie sie es sich wünscht.
Nach einer langen Wohnungssuche, kann sie nun endlich ihr neues Leben anfangen.  Auf einer Party bekommt sie die "Liste zum Anderes sein" und arbeitet jeden Punkt ab.
Neben der Selbstfindung, hat sie auch Stress mit ihren Eltern (besonders mit ihrer Mutter) und Stress in der Uni. Ein Glück hat sie in der WG neue Freunde und Mitstreiter gefunden, die sie bei allem unterstützen. Sie sind alle individuell und haben sich trotzdem gefunden.

Ann-Sophie ist ein ganz normales Mädchen, dass vom Dorf in die Großstadt zieht. Ich finde sie eigentlich ganz nett, oft rutscht sie ins philosophische Denken ab.
Die anderen WG-Mitglieder fand ich auch in Ordnung:
Catchy - die Modeexpertin und Partymacherin
Monk -  der Aktivist mit seinen süßen Haustieren
Stefan - der stille Ordnungsfetischist und Drogendealer
Und auch ihre Punk-Freundin Zaza und ihre Girlband machen Ann-Sophies Leben erst richtig bunt.
Am meisten Aufgeregt hat mich ihre Mutter! Schön das sie für Ann-Sophie schon den perfekten Plan hatte, aber oft entscheiden sich die Kinder anderes als es die Eltern wollen. Eben weil die Kinder nicht in eine vorgeplantes Leben, sonder selber ein Leben nach ihren Wünschen wollen. Und da ist es eigentlich schön, wenn man Eltern hat die einen dabei unterstützen und nicht niedermachen. Das gleiche gilt für ihren Freund.

Ich habe gehofft auch für mich ein paar Tipps zu finden, was ja auch teils zutrifft, aber leider ist dieses Buch vollgestopft mit Klischees und Hipstern. Sind wirklich alle Menschen in Berlin Hipster oder Aktivisten oder Drogenabhängige? Das kam mir total übertrieben vor. Und genau das hat das Buch, für mich, ein wenig kaputtgemacht.

Die eigentliche Geschichte bzw. das neue Leben von Ann-Sophie war ganz nett zu lesen. Sie nimmt die Liste sehr ernst und manchmal übertreibt sie es auch ein wenig. Z.B. bei den Punkten Schmecke den Regenbogen oder Hungere nach Leben.

Das Buch ist auch an vielen Stellen sehr philosophisch geschrieben. An manchen Stellen hab ich mich wie in einem Poetry-Slam gefühlt. Mal ist das ja ganz nett, aber hier kam das so Klischee- und Hipstermäßig rüber.


Die Autorin:

Die Afrodeutsche Kosmopolitin Chantal-Fleur Sandjon ist in Berlin als Kind der 80er aufgewachsen, dann zog es sie neben Stopps in Kamerun und Großbritannien für mehrere Jahre nach Johannesburg, Südafrika. 2012 ist die Ernährungswissenschaftlerin, Aktivistin und Spoken-Word-Künstlerin wieder in Berlin gelandet. Dort lebt sie in Neuköln zwischen Hipstern und Gemüsehändlern ihre ganz eigene Version vom Großstadtleben.

Fazit:

Eine Geschichte zum Selberfinden zwischen Hipstern. Mit viel Philosophie und einigen Klischees aus Berlin.

3 von 5 Sternen

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